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BEGIBST DU DICH MIT GESUNDEN MENSCHEN?

Vor etwa neun Monaten habe ich eine wunderschöne Orchidee geschenkt bekommen. Ich habe mich riesig darüber gefreut. Aber ich hatte ein Problem: Ich wusste nicht, was ich mit ihr anfangen sollte.


Also ließ ich sie einfach im Topf stehen, goss sie ein paar Wochen lang und hoffte, dass sie nicht irgendwann eingeht. Zwischendurch habe ich sogar nach Tipps gesucht, wie man eine Orchidee am besten am Leben erhält. Und falls du das jetzt lustig findest – darfst du ruhig lachen. Ich habe wirklich keinen grünen Daumen.


Eines Tages kam mir zusammen mit meiner Haushaltshilfe eine Idee: Wir könnten die Orchidee draußen an unseren Baum befestigen. Also holten wir eine alte Strumpfhose, banden die Pflanze vorsichtig fest, gossen sie – und hofften einfach auf das Beste.


Es dauerte nicht lange, bis die Wurzeln sich kräftig um den Baumstamm schmiegten. Nach einiger Zeit bildeten sich Knospen – und vor etwa einer Woche öffneten sich drei wunderschöne Blüten. Jeden Tag freue ich mich, wenn ich sie sehe.



Damit meine Orchidee wachsen und aufblühen konnte, brauchte sie unbedingt die richtigen Bedingungen: den passenden Platz, Halt, Geduld und jemanden, der sich – auch ohne Expertenwissen – kümmert und nicht aufgibt.

Meine Orchidee hatte ein Umgebungsproblem. Sie war lebendig, aber nicht am richtigen Ort. Eine zentrale Bedingung, auf der alles steht, damit du und ich wachsen, aufblühen und innerlich stark werden können, sind gesunde Menschen.


Eine einfache, aber ehrliche Frage, die dir helfen kann zu erkennen, ob dich gesunde Menschen umgeben, lautet:


Wie fühlst du dich nach einem Treffen oder Gespräch mit einer gewissen Person?

Spür mal hin:

Fühlst du dich innerlich ausgelaugt, klein gemacht, schuldig, manipuliert oder irgendwie „nicht genug“? Verspürst du Druck oder Kontrolle?

Oder erlebst du, dass du dich gesehen, gestärkt, verstanden oder ermutigt fühlst?

Findest du ein Muster, das sich immer wiederholt – vielleicht schon über Monate oder Jahre?


(Und an dieser Stelle sollten wir uns alle prüfen: Was bin ich für eine Person?)


Ich und bestimmt bei vielen von Euch, die in sich in christlichen Kreisen bewegen, wird stark betont, alle zu lieben, zu vergeben und in Frieden mit jedem zu leben. Dieses Prinzip vertrete ich blind – es ist ein zentraler Teil dessen, was Christsein ausmacht. Gerade die Feindesliebe, die Vergebung und das Streben nach Frieden gehören zum Kern unseres Glaubens.


Aber es gibt ein weiteres fundamentales Prinzip, das wir leider oft bei diese Gespräche etwas aus den Augen verlieren: auf unser Herz zu achten (Sprüche 4,23).

Das bedeutet nicht nur, auf moralisches Verhalten zu achten, sondern auch darauf, was und wer in unser Herz hineinspricht und wohin wir unsere Energie, Zeit, Geld, Kraft und Leben investieren. Es bedeutet, auf unsere Mission, unseren Auftrag und unsere Berufung zu achten und sie vor allem zu schützen, was sie schwächen oder zerstören könnte. Es heisst, das Böse auszugrenzen und das Gute mit ganzer Kraft zu schützen. Vergeben, um Frieden zu streiten und Feindesliebe zu üben sollten niemals dazu führen, ungesunden Täterschutz zu leisten oder bewusst Fehlverhalten zu unterstützen. Christlicher Friede heißt nicht Passivität gegenüber Schaden oder Manipulation. Er schließt Verantwortung, Weisheit und Selbstschutz mit ein.


Natürlich sind nicht alle Menschen, die kompliziert oder schwierig sind, automatisch ungesund oder toxisch. Wir sollten sorgfältig sein, wem wir Labels geben – besonders in einer Zeit, in der Begriffe wie „toxisch“ inflationär genutzt werden.


Aber glaub mir: Es gibt Menschen, die nicht immer gute Absichten haben. Die Bibel zeigt uns Beispiele solcher Personen. Sie können Herzen, Träume und Berufungen zerstören. Überall dort, wo unsere von Gott gegebene Würde und Berufung ins Wanken geraten, weil Menschen manipulieren, klein halten oder kontrollieren wollen, dürfen und müssen wir Grenzen setzen. Wir selbst sind verantwortlich dafür denn Gott gibt uns Weisheit und Verstand, damit wir diese Verhalten durchschauen sollen.


Das kann bedeuten: bewusst weniger Zeit mit dieser Person zu verbringen, sich nicht auf emotionale Kämpfe einzulassen oder klare innere und äußere Grenzen zu ziehen. Grenzen sind kein Ausdruck von Lieblosigkeit, sondern von Verantwortung – für dein Herz und für das, was Gott dir anvertraut hat.

Ich weiß, es ist ein schweres Thema. Ich schreibe es mit schwerem Herzen und bin mir bewusst, dass es leicht missverstanden werden kann. Aber mein Herz schlägt für alle Berufungen, für all die sensiblen Herzen, die in Gefahr sind, zu zerbrechen. Ich schreibe für diejenigen, die Opfer von emotionalem Missbrauch geworden sind und nie Worte dafür hatten. Für alle, die immer wieder gesagt bekommen haben, zu vergeben und zu vergessen. Ich schreibe für alle, die nie lernen durften, Grenzen zu setzen – für die ein NEIN von klein auf nie erlaubt war und die so automatisch verpflichtet waren, das Böse auszuhalten, zu verdrängen, ohne Hilfe und ohne Orientierung. Ich schreibe für dich, damit du weißt: Selbstschutz und das Setzen von Grenzen gehören zu einem geistlichen Leben dazu. Ich schreibe, weil Aufklärung und Schutz zu meinem Herzensanliegen gehören.


Wundere dich also nicht, wenn Gott dich aus dem gewohnten „Topf“ – deinem derzeitigen Umfeld – herauslösen und an einen neuen Ort setzen möchte: dorthin, wo du aufblühst, wurzeln kannst und in Schönheit wächst. Das ist Gottes Herz für uns alle.

 
 
 

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