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Die Angst vor ganzer Gnade

  • Autorenbild: Janice Unruh
    Janice Unruh
  • vor 30 Minuten
  • 3 Min. Lesezeit

Eines der Dinge, die Jesus uns frei schenken möchte – und bei dem wir unsere Hände und unser Herz oft nicht ganz offen halten – ist seine ganze Gnade und seine vollkommene Vergebung.


Auf eine ganz besondere Weise haben wir als Christen die befreiendste Botschaft überhaupt: Wir dürfen unser Leben in der Gewissheit leben, dass unsere Sünden vergeben sind – weil Jesus den Preis dafür am Kreuz bezahlt hat. Für meine Fehler und mein Versagen gibt es eine Lösung. Nicht durch eigene Anstrengung, nicht durch bessere Leistungen, sondern durch die Vergebung eines Gottes, der mich unendlich liebt.


Aber wenn wir ehrlich sind, fühlt sich Gnade manchmal fast zu leicht an. Es fühlt sich ungewohnt an, etwas geschenkt zu bekommen, wofür wir nichts leisten mussten. Ein Teil von uns möchte lieber etwas zurückhalten – ein Stück Schuldgefühl, ein wenig Selbstanklage – damit wir uns erinnern, ja nicht wieder zu versagen.

Manchmal nehmen wir deshalb nur eine halbe Vergebung an. Wir glauben, dass Gott vergibt, vielleicht haben wir dieses auch unser Leben lang gehört und sagen es nun fleissig und hoffnungsvoll zu andere – Und trotzdem halten wir innerlich an unserer Schuld fest

als würden wir kleine Erinnerungsstücke unserer Fehler sammeln – schön aufbewahrt im Glasfenster unseres Herzens damit wir ja nicht wieder sündigen.

WIr haben Angst, ohne unsere Fehler zu frei zu werden. Angst, Gottes Gnade zu missbrauchen. Doch je mehr wir an unseren Fehlern und unserer Sünde festhalten, desto mehr gerät Gottes Vergebung in den Hintergrund bis wir uns zu unwürdig und schmutzig fühlen, um unsere ganze Schuld wirklich ganz bei ihm abzugeben.


In Gesprächen mit anderen fällt mir immer wieder auf: Viele von uns versuchen, unsere Fehler „wiedergutzumachen“ anstatt die Vergebung anzunehmen die uns Gott hinreicht. Wir alle haben gegen Gottes Willen gehandelt – sei es in Beziehungen, im Umgang mit Sexualität, geraubt, verspottet, runtergemacht. Jetzt, wo wir Jesus folgen, meinen wir oft: Wir dürfen keinen Fehler mehr machen denn dieses Gute will ich nicht auch vermasseln. Die selbe Schuld die wir damals fühlen, die verfolgt uns immer noch.


Wir stürzen uns in Aufgaben, engagieren uns in der Gemeinde, Tun Gutes, helfen bedingungslos, sind die perfekten Christen – Und das alles sehr oft mit dem stillen Gedanken und unbewusste Motiv: Wenn ich nur genug tue, wird Gott mich vergeben. Was wir nicht merken ist dass wir von einer Gefangenschaft zu anderen Gefangenschaft rennen. Wir sind immer noch in Gefangenschaft, wir haben nur die Ketten getauscht. Die einen heißen Schuld. Die anderen heißen religiöse Leistung. Doch beides hält uns gebunden. Vorher war ich gefangen in meine Sünde - nun bin ich gefangen durch meine Selbstgerechtigkeit.


Doch echte Vergebung funktioniert anders. Sie sagt: Wenn du deine Sünde ehrlich bekennst, wird Gott treu sein; er wird zu seinem Versprechen stehen und dich vergeben (1. Johannes 1,9). Vergebung erhalten wir nicht, indem wir Fehler ausbügeln, perfekt handeln oder uns selbst bestrafen. Vergebung erhalten wir, indem wir sie einfach annehmen!


Natürlich müssen wir mit den Konsequenzen unserer Sünde leben und Sünde zu bekennen vor andere wie auch vor Gott ist ein sehr wichtiges biblisches Prinzip dass uns zur Freiheit führen soll. Gott verharmlost die Sünde nicht. Sünde ist immer schlimm und hat Folgen, weil sie uns von Gott trennt. Vergebung macht Sünde nicht klein – aber sie macht sie machtlos, weil sie stärker ist als die Sünde. Sie leugnet nicht, was geschehen ist, aber sie nimmt der Schuld das Recht, unseren Namen zu tragen.


Und dann bleibt diese leise, unbequeme Frage: Wenn Gottes Herz meine Sünde losgelassen hat – warum halte ich sie noch fest?

Wenn Gott vergibt, dann wischt er alles weg. Meine Arroganz, meine Sünde im Dunkeln, meine Ungeduld, mein Neid, mein Egoismus können so vergeben werden, dass sie nicht mehr zu finden sind. So vergibt Gott. Gott freut sich, wenn er uns vergeben kann; es ist ihm keine Last, auch wenn wir zum fünfzigsten Mal am Tag kommen – schließlich ist er genau aus diesem Grund am Kreuz für dich und mich gestorben: um Sündern Gnade zu erweisen. Zu vergeben ist das Natürlichste, was er tut; es ist das Beste, was er tun kann.


Wenn wir das wirklich begreifen, wächst in uns der Wunsch, nicht mehr gegen den zu sündigen, der uns so großzügig vergibt. Seine Vergebung anzunehmen, verändert unser Herz. Dann wird das Laufen zum Vater nach einem Fehler oder einer Sünde nicht zur Pflicht, sondern zur Freude. Ich gehe zu ihm, weil ich weiß: Er kann mich vollkommen reinigen. Ich muss mich nicht zuerst selbst bestrafen, um würdig zu sein – seine Gnade reicht völlig aus.


Ich wie ich meine Sünde Gott gebe weil ich endlich weiss, dass er mir gerne vergeben will ;)
Ich wie ich meine Sünde Gott gebe weil ich endlich weiss, dass er mir gerne vergeben will ;)

 
 
 

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