Zeiten der Veränderungen
- Janice Unruh

- 23. Sept. 2023
- 3 Min. Lesezeit
Vor ein paar Tagen hat der Herbst hier in Deutschland begonnen. Man merkt es auf jeden Fall stärker als in Paraguay: Die Bäume verlieren ihre Blätter, und die gesamte Natur verfärbt sich wunderschön. Die Tage werden kürzer, und die Nächte werden kühler. Nicht mehr die strahlend grünen Blätter, die schönen Blumen am Wegesrand oder die langen, warmen Sommertage sind zu haben, denn die Zeit ist

vorbei. Es bricht eine neue Zeit an.
Ich muss ehrlich sein: Ich finde das traurig, da ich den Sommer liebe und die kälteren Tage weniger gerne mag. Die Tatsache ist jedoch, dass es Herbst und Winter gibt, genauso wie Frühling und Sommer. Unabhängig davon, wie ich dazu stehe, gehört es zur Jahreszeit, und sie wird sich nicht an meine Wünsche anpassen, sondern ich werde mich an die Jahreszeit anpassen. Ich hole meine Jacken heraus, kaufe mir eine warme Mütze und Strümpfe und mache mich bereit für die kälteren Tage.
Wenn es dir genauso geht wie mir, kann dieser Jahreswechsel auch seelisch spürbar sein: Wir betreten eine Zeit, in der wir das Gefühl haben, dass Veränderungen stattfinden.
"Es ist nicht mehr wie früher. Etwas passiert mit mir – etwas verändert sich." „Wie gerne würden wir die freudigen Tage zurückhaben“
Dieser Gedanke kann sich schnell zu einem Lebensstil entwickeln, in dem wir danach streben, ständig fröhliche Tage zu haben und die etwas düsteren Tage am besten schnell zu vermeiden oder im schlimmsten Fall zu unterdrücken. Wir zwingen unseren Geist, fröhlich zu sein, obwohl wir es nicht sind. Es fällt uns sehr schwer, die düstere Tage (oft verbunden mit Leid, Verzweiflung und Schmerz) anzuerkennen und auszuhalten. Tatsache ist, dass Leid Potential hat, wenn wir ein JA dazu finden.Es lehrt uns, es verändert uns, und wir erfahren Gott auf eine völlig neue und tiefere Weise im Angesicht des Leids.
Wie schön und tröstlich ist es doch, dass die Natur selbst zeigt, dass Veränderungen notwendig sind.
Es gibt dunkle Zeiten, in denen die Sonne weniger scheint, und sie erfüllen einen Zweck. Und nicht nur die Natur, auch die Bibel selbst ist voll von Beispielen dafür, dass Leid, Schmerz und Verzweiflung Teil des Lebens ist.
Der Herbst lehrt mich, dass Veränderungen zwar schmerzhaft sein können, aber dennoch sinnvoll sind. Dass das Leben auch einen etwas langsameren Rhythmus haben kann. Dass es Teil meines Lebens sein darf. Dass ich es erlauben kann und dass diese Jahreszeit ihren Wert und ihren Platz in meinem Leben hat. Die Herbst- und Winterzeit sind für mich persönlich Zeiten des Nachdenkens und der Reflexion, denn ich weiß, die "Früchte" tragen zu ihrer Zeit!
Ich glaube, Gott lädt uns ein, Ja zur Jahreszeit zu sagen, in der wir uns befinden.
Vielleicht bedeutet dieses für Dich, dass es an der Zeit ist, aus einem bestimmten Dienst/Arbeit auszutreten oder einen anderen Lebensstil zu verfolgen, um zur Ruhe zu kommen. Vielleicht befindest du dich in einer Wachstumsphase, in der du spürst, wie du aufblühst. Oder vielleicht durchläufst du eine dunklere Phase, in der du Gott nicht so nahe zu sein scheinst, aber dennoch vertraust, dass er da ist – auch in den Winterzeiten. Vielleicht befindest du dich in einer Phase, in der du lernst, vieles loszulassen, ähnlich wie der Herbstbaum seine Blätter fallen lässt. Oder du erkennst, wie du dein Leben voller Energie, Mut und Kreativität gestaltest – in den schönsten bunten Sommerfarben.
Egal, in welcher Jahreszeit du dich befindest, ich möchte dich heute ermutigen, diese Jahreszeit willkommen zu heißen und im Vertrauen zu gehen, dass Gott dich in diesem Moment sieht und dir nahe ist.
Du darfst wissen, dass jede Jahreszeit in Gottes Augen wertvoll ist!




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